10 : 4
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- 1. Aug.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 4 Tagen
Fakten
Stadion | Sportplatz Fümmelse |
Ort | Wolfenbüttel |
Kapazität | 1.000 |
Datum | 01.08.2026 |
Spiel (Platzierungen) | SV Fümmelse (-) - FC Othfresen (-) |
Ergebnis | 10 : 4 |
Zuschauer | 77 |
Wettbewerb | Kreispokal Nordharz - 1. Runde |
Ebene* | 8. (Nordharzliga) : 8. (Nordharzliga) |
Liga (vollständig) | 5 von 15 |
Ground alt / Anzahl Besuche | nein |
Ground neu / Anzahl Grounds | ja / 185 |
Spiel in 2026 / Gesamt** | 35 / 352 |
*internationaler Indikator des Fußballniveaus vergleichbar mit anderen Ligen
** Anzahl Spiele im laufenden Jahr / Anzahl Spiele insgesamt
Vorspiel
Noch einmal Kreispokal, dann gehen die Ligaspiele wieder los. Nach zweimal Kreispokal in Peine sollte es heute fast vor die eigene Haustür gehen, ins nahe Fümmelse. Das ist ein kleiner, aber gemütlicher, alter Ortsteil von Wolfenbüttel. Mit 2.900 Einwohnern. In Relation zum heutigen Gast schon fast eine Weltmetropole. Es dreht sich in Fümmelse so gut wie alles ums Wasser. Die meisten Fümmelser waren früher Fischer. Im hiesigen Teich soll es lang und schmutzig zu mampfen und zu verkaufen gegeben haben. Und eine Teichmühle brachte auch was ein. Die fackelte jedoch vor 400 Jahren ab. Und aus dem Wasserloch "Die Gabe Gottes" und dem Fümmelschen Teich bezogen die Wolfenbütteler Bürger damals ihr Trinkwasser. Bis ins vergangene Jahrhundert gab es im Fümmelsee auch noch eine Tongrube. Und die wird seit gut 100 Jahren als Naturbadeanstalt genutzt. Ich kenne sie nur vom Trinken zu Juttas 50sten (allerdings kein Wasser), da es hier auch eine nette Gaststätte gibt. Die Badeanstalt ist aber weit über die Ortsgrenzen hinaus äußerst beliebt.
Der SV Fümmelse wurde erst kurz nach dem 2. Weltkrieg gegründet. Teilweise haben sie sogar schon in der Bezirksliga gekickt. Der neue Trainer Bilal Kötüz wurde genau dafür geholt. Aktuell bewegt die Vereinsoberen ein trauriges Thema: Seit ein bis zwei Jahren gibt es dauernde Aufnahmestopps für Kinder- und Jugendfußballer. Es steht keine ausreichende Platz- und Betreuerkapazität zur Verfügung. Ist das nicht übel? Wir wollen alle, dass die Kids vom Computer weg nach draußen gezogen werden, und in Fümmelse klappt das nicht!
Wenn du von Fümmelse Richtung Harz fährst, kommst du irgendwann an Othfresen vorbei. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass du dran vorbeibügelst, denn die paar Häuser der 1.850 Einwohner kann man schon mal übersehen. Namensgeber für Othfresen vor über 1.000 Jahren war ein Ottfried. Vielleicht weiß jemand, was der hier Gutes vollbracht hat.
Der FC Othfresen ist ein etablierter Verein im Landkreis Goslar. Und auch die acht Fußballmannschaften werden hier gut betreut und gepflegt. So geht es also auch. Das FC-Motto lautet treffend "Blau und Weiß, wie lieb ich dich"!
Ground
Bevor es zum Ground ging, gab es erstmal Kulturgeschichte. Vor der Kirche solle es nämlich das älteste Kulturgut des Ortes geben, ein steinernes Kreuz. Nach etwas Suchen fanden wir es auch. Ist echt ziemlich mini. Hier hat sich vor mehreren hundert Jahren sehr Ergreifendes abgespielt. Es ist nämlich ein Sühnekreuz (ziert auch ihr Wappen). Das mussten Mörder damals manchmal zum Zeichen ihrer Sühne errichten und sich diesbezüglich sogar mit den Familienangehörigen des Mordopfers vereinbaren.
Aber nun, ab zum Ground. Der liegt längs an der Hauptstraße. deshalb natürlich auch mit hohem Zaun versehen. Einen Blickfang gab es am Eingangstor. Denn das ist mit einem schmiedeeisernen Vereinssymbol versehen. Dann unter einem kleinen überdachten Laubengang zum Kassentisch und löhnen. Hier stehen auch ein paar Bänke. Ich schätze, dass das die heißbegehrtesten Plätze bei Schietwetter sind. Dann geht es schnurstracks auf den Beköstigungstempel zu. Hier gibt es Bratwurst, Pommes und diverse Getränke. Wir waren angetan von dem Latte Macchiato, der hier frisch und lecker aufgebrüht wurde. Davor laden Tische und Stühle zum Verweilen ein. Es gibt hier nur einen Platz und der ist ein Rasenplatz. Und es hängen schon überall Schilder "Fümmelse feiert", da es am 8.8. das 80-jährige Vereinsjubiläum zu begießen gibt. Mehr gibts hier nicht. Aber es reicht doch und man konzentriert sich auf das Wesentliche!
Spiel
Was war das denn? Das Spiel versprach ja durchaus Spannung. Pokal erste Runde. Beide Teams in derselben Liga. Und was passiert dann? 10 : 4! Wenn ihr denkt, da hat der Cookie ja ein tolles Spektakel erlebt, dann täuscht ihr euch. Solch ein Mistspiel habe ich fast noch nie gesehen. Die 11 Tore waren überwiegend noch nicht mal nett anzusehen. Die Grotten-Abwehrreihen machten einfach Platz und es fiel ein Tor nach dem anderen. Noch nicht mal Spannung gab's, da der SV Fümmelse schnell dauerhaft hoch führte.
Natürlich war Fümmelse etwas weniger blind als Othfresen. Und das lag wohl auch daran, dass 5 oder 6 Stammkräfte des Gastes fehlten. Der Grund: Einer feierte Hochzeit und der hatte ein paar Mannschaftskameraden eingeladen. Dafür sprangen A-Jugendliche ein. Dem Ansinnen, das Spiel zu verlegen, stimmten die Fümmelser nicht zu. Und so kam es dann so. Aber selbst dadurch ist diese Minderleistung nicht zu rechtfertigen. Immerhin ist das Spiel auf gutem Wege, in meinen Jahresrückblick 2026 zu gelangen.
Stimmung
Herrlicher Sonnenschein und keine TV-Konkurrenz am Samstag um 17 Uhr. 77 Zuschauer nahmen die Einladung an und pilgerten zur Fümmelser Straße. Gut die Hälfte kam aus dem Harzvorland. Das ist sehr ordentlich. Und nicht nur das: Die rund 40 Leute machten gut Ballett. Stimmungsvoll wurden die Tore bejubelt und der Schiri bei Elfmetern für die Gastgeber beschimpft. Das ging wirklich erstaunlich lange so. Irgendwann hatten aber auch sie die Schnauze voll und verstummten. Von den Fümmelsern war nichts zu hören.
Ich habe mich gefreut, dass Uschi mitkam. Und dann noch, dass der "Harzer Roller" mal wieder den gleichen Riecher wie ich hatte und wir mal wieder plaudern konnten. Beim Torezählen behielt nur Uschi den Überblick, wie sich das für eine gute Beamtin gehört!
Fazit
Othfresen kommt von Ottfried. Und Fümmelse kommt von …? Ihr denkt natürlich ans Fummeln. Möglich, dass dieses angenehme Vergnügen hier besonders stark ausgeprägt war. Das würde auch die Notwendigkeit des Sühnesteines erklären.
Ich hingegen denke beim Fummeln an meine Fußballzeit. Wie oft ermahnten die Trainer uns: „Fummelt nicht so viel.“ Für die Jüngeren unter uns. Fummeln bedeutete früher "Eins-zu-Eins-Situationen suchen". Mir gefällt "Fummeln" weitaus besser!
Fotos













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