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Endlich!

  • Autorenbild: Cookie
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  • 12. Feb.
  • 5 Min. Lesezeit

Fakten

Stadion

Sportpark Meesche B-Platz

Ort

Wolfenbüttel

Kapazität

1.000

Datum

11.02.2026

Spiel

MTV Wolfenbüttel (13.) : FT Braunschweig (11.)

Ergebnis

2 : 3

Zuschauer

50

Liga

Testspiel

Ebene*

5.(Oberliga Niedersachsen) : 6.(Landesliga Braunschweig)

Liga (vollständig)

5 von 16

Ground alt / Anzahl Besuche

ja / 2

Ground neu / Anzahl Grounds

nein

Spiel in 2025 / Gesamt**

1 / 1

*internationaler Indikator des Fußballniveaus vergleichbar mit anderen Ligen

** Anzahl Spiele im laufenden Jahr / Anzahl Spiele insgesamt


Vorspiel

Endlich! 62 Tage ohne Groundhopping, was für ein Elend. Nun ist die Tristesse vorüber. Ich habe es geschafft. Überbrückt habe ich die Zeit durch Tochter Paulines Besuch zu Weihnachten. Und auch durch den Besuch bei ihr in LA mit anschließendem Roadtrip durch Kalifornien und Arizona. Also habe ich schon ein wenig Trost gefunden. Zu der Zeit im Januar war es uns trotz intensivster Bemühungen nicht möglich, ein Soccer-Kick zu finden. Immerhin warfen, wo noch einmal einen Blick ins UC Riverside Soccer Stadium, wo ich den US-Länderpunkt holte. Und dann gab's tatsächlich einmal Winter in Deutschland und fast alle Amateurspiele fielen dem Schnee zum Opfer.

Nun aber heute zum Testspiel auf den Kunstrasenplatz im Sportpark Meesche. Und immerhin treffen hier zwei der ambitioniertesten Teams der Region aufeinander. Der MTV Wolfenbüttel ist einer der ältesten Sportvereine Niedersachsens (gegründet 1848). Nicht nur das, er ist auch einer der mitgliederstärksten Vereine hier (über 6.500). Zum Vergleich: Der Nachbar aus Braunschweig, die Eintracht hat mit 7.700 Mitgliedern nicht sehr viel mehr. Nationale Bedeutung errang der MTV Wolfenbüttel aber nicht durch den Fußball, sondern durch Basketball. Er gehörte 1966 zu den Gründungsmitgliedern der Basketball-Bundesliga und spielte sogar im Europapokal mit. Und das mit meinem alten Schulkumpel, dem Europapokal-Helden, Dr. Weule. Filigrane Spielweise war ihnen fremd. Man nannte sie "Knochenbüttel" oder "Wolfenknüttel". Auch im Fußball spielt heute die 1. Herren wieder etwas höher nämlich in der fünftklassigen Oberliga. Dort befinden sie sich derzeit allerdings auf einem Abstiegsplatz. Der Gegner aus Braunschweig, die Freien Turner, kurz Turner genannt, spielen eine Klasse tiefer. Auch sie kämpfen gegen den Abstieg, stehen aber immerhin zwei Plätze über dem Strich. 

Wolfenbüttel (52.000 Einwohner) kennt fast jeder in Deutschland und nicht nur da. Natürlich durch seinen Hörnerwhiskey, den Jägermeister. Und der 2011 verstorbene Günter Mast hat es hinbekommen, dass sein Hirschkopf auf den gelben Leibchen der Braunschweiger Eintracht klebte und die Trikotwerbung ins Leben rief. Ich hatte übrigens in den 70ern auf meinem ersten Auto, einem grünen VW Käfer, einen riesigen Jägermeisteraufkleber an der Fahrertür kleben. Und das sogar unentgeltlich…


Ground

Und auch der MTV Wolfenbüttel profitiert vom extremen Konsumieren bzw. Ballern des Jägi. Der Konzern spült nämlich ordentlich Kohle ins Stadtsäckerl. Und diese fragt sich natürlich Jahr für Jahr "Wohin damit?". So wurden bis 2020 satte 13 Mio. Euro in die Modernisierung des Sportparks Meesche gesteckt. Und das sieht man. Es ist ein richtiges Schmuckkästchen geworden. Was noch fehlt, sind allerdings hinreichend Parkplätze. So war der kleine Parkplatz selbst bei diesem wenig besuchten Spiel 30 Minuten vor Spielbeginn bereits voll. Neben dem schnieken Stadion gibt es zwei weitere Kunstrasen-Plätze, so auch den heute bespielten B-Platz. Als ich im Vorfeld dort etwas umher spazierte, fiel mir eine zweispurige, rote und geschwungene Tartanbahn auf, welche hinter der Tribüne aus dem Stadion herausführte. Hä? Dr. Google klärte mich natürlich auf. Es handelt sich um eine 750 Meter lange Crossstrecke. Sie führt an der Okeraue entlang und hat sogar verschiedene Oberflächen. Wie gesagt, irgendwo muss die Kohle von Jägi ja hin. Der Nebenplatz ist ein handelsüblicher und fällt nur durch seine gelben, anstelle der weißen Linien auf. Hinterm Tor werden Bratwürste und Krakauer gegrillt sowie Glühwein ausgeschenkt. Überrascht war ich, dass das Kassenhäuschen geöffnet war. Ich dachte, sie seien eher froh, dass überhaupt jemand bei diesem Hundewetter zu einem Testspiel kommt. Nix da, 5 Tacken wurden einbehalten. „Der Schiedsrichter muss ja bezahlt werde“ hieß es auf meine verwunderte Nachfrage.

Spiel

Es war für beide Teams das erste (und für den MTV auch das letzte) Testspiel vor der Rückrunde. Richtig trainiert werden konnte wegen des Wetters auch noch nicht. Und so waren wir Zuschauer gespannt, wie die Teams schon drauf sind. Es wird ja für beide eine knifflige Rückrunde (siehe oben). Zudem wechseln häufiger Spieler zwischen den Teams. Vor dieser Saison zum Beispiel Mosi und Oktay zum MTV oder vor zwei Jahren Siranidis zu den Turnern. Und der Turnertrainer hat auch noch in der Winterpause die Brocken hingeschmissen. Für Zündstoff ist also reichlich gesorgt. Ich nehme es mal vorweg: Oktay spielte nicht. Aber Siranidis war der beste Mann auf dem Platz.

Das Spiel hatte ein gutes Niveau. Man merkte, dass beide Teams Kunstrasen gewöhnt sind. Es ging engagiert, aber sehr fair zu. Der Heimcoach und Ex-Profi Deniz Dogan hatte in der Vorbereitung am Zweikampfverhalten und Gegenpressing gearbeitet. Da scheinen aber einige gefehlt oder nicht aufgepasst zu haben. Genau das war nämlich ziemlich grottig. In der 15 Minute ging der Gast durch Siranidis in Führung. Es war einer von etlichen klasse vorgetragenen Angriffen. Die Turner brillierten durch ihr Spiel in die Tiefe und kreierten so mehrere großartige Chancen. Der MTV wurde ein ums andere Mal gnadenlos überrannt. Zur Pause stand es verdient 1:2. Zu Beginn von Halbzeit zwei machte der MTV endlich Druck. Das dauerte aber nicht allzu lange. Dann zeigten die FT wieder ihr blitzsauberes Angriffsspiel. Der 3:2-Sieg geht somit vollkommen in Ordnung. Ich bin gespannt, ob die Teams auch so ihren Start absolvieren. Demnach würden die Braunschweiger, im Gegensatz zu den Wolfenbüttelern, den Klassenerhalt schaffen. „Schaun mer mal“ hätte Franzl gesagt.


Stimmung

Trotz des oberfiesen Wetters kamen immerhin 50 Zuschauer. Wohl gut 10 davon aus der Nachbar-Metropole. Die Fans waren genauso fair wie die Spieler. An den Gesprächen merkte man, dass hier Experten unter sich waren. Mit zunehmender Spieldauer wurde die MTV-Fans unzufriedener. Die Kritik fiel aber sachlich und nicht so prollig, wie häufig auf Dorfplätzen, aus. Nur der Heimtorwart bekam nach dem zweiten Gegentreffer einen sehr verständlichen mittelschweren Tobsuchtsanfall. Die Randgespräche gingen hauptsächlich um den Köhler-Wechsel von Eintracht zu den Grashoppers. 


Fazit

Ich mach‘ mal ein Fass auf. Wie lange bleibt Dogi noch Trainer in Wolfenbüttel? Meine These: Er wechselt nach der Saison zu Eintrachts Zwoter. Eintracht war schon vor dieser Saison am Baggern bei ihm. Nun ist der Trainer der Blau-Gelben dort im Herbst 25 rausgeflogen. Und NLZ-Leiter, Ken Reichel sprang zwar ein aber wollte das nur bis Weihnachten machen. Statt einen neuen Trainer zu verpflichten, wurde er jedoch überzeugt, die Saison noch zu Ende zu bringen. Warum wohl? Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Ich bin sicher, dass bereits im Hintergrund mit Dogan gesprochen und vereinbart wurde, dass der im Sommer 26 zur Eintracht kommt. Dann wäre er wieder mit seinen alten Kumpels Reichel, Krupper, Fejzic, Kessel und Pfitze zusammen. Und da man für 6 Monate niemanden verpflichten konnte, macht es eben Chicken noch so lange. Was meint ihr dazu? 


Fotos









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