Wie damals im Eintracht-Stadion
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- 28. Juli
- 4 Min. Lesezeit
Fakten
Stadion | Sportplatz Stederdorf |
Ort | Peine |
Kapazität | 1.000 |
Datum | 28 .07..2026 |
Spiel (Platzierungen) | SSV Stederdorf (-) - TSV Eintracht Edemissen (-) |
Ergebnis | 1 : 1 (4 : 5 n.E.) |
Zuschauer | 85 |
Wettbewerb | Kreispokal Peine - 1. Runde |
Ebene* | 9. (1. Kreisklasse Peine) : 8. (Kreisliga Peine) |
Liga (vollständig) | 1 von 14 |
Ground alt / Anzahl Besuche | nein |
Ground neu / Anzahl Grounds | ja / 184 |
Spiel in 2026 / Gesamt** | 34 / 351 |
*internationaler Indikator des Fußballniveaus vergleichbar mit anderen Ligen
** Anzahl Spiele im laufenden Jahr / Anzahl Spiele insgesamt
Vorspiel
Wird Peine Cookies neue Liebe? Zumindest mein zweites Spiel dort in drei Tagen. Und wieder Kreispokal Peine, Runde 1, das letzte Spiel. Dieses Mal "Klein gegen Groß". Böse Zungen behaupten, dass ich nur nach Stederdorf gefahren bin, um einen Grund zu haben, ins Rausch-Schokoladenhaus zu fahren und dort ordentlich beim Werksverkauf von Schokolade der 2. Wahl zuzuschlagen.
Ansonsten macht der Ort nördlich von Peine nicht so viel her. Aber alles erinnert hier an Braunschweig. So zum Beispiel ihr Wappen, welches einen Löwen in Blau-Gold zeigt und eine Reminiszenz an die jahrhundertelange Zugehörigkeit zum Herzogtum Braunschweig ist. Und selbst ihre Windmühle wurde nach dem Braunschweiger Kultpils Wolters, Woltersche Bockwindmühle, benannt.
Der Ort hat zwei Sportvereine und davon einen reinen Fußballverein, den Stederdorfer Sportverein von 1912 e. V. Und dafür sind auch 7 Jugend- und 2 Herrenmannschaften mit 265 Mitgliedern recht ordentlich. Vor dem Spiel unterhielt ich mich noch mit Torsten Dietrich, dem Kassierer und Platzwart des Clubs. Früher auch Jugendtrainer und heute Vater zweier Akteure der Ersten. Torsten schwärmte über seinen Verein. Insbesondere liebt er an ihm, dass der Spaß so sehr im Vordergrund steht und weniger der Leistungsgedanke. Aber trotzdem gibt er eine straffe Prognose für die Zukunft ab. Durch die Jugendlichen, die gerade von der A-Jugend hochgekommen sind, habe man schon jetzt eine Bombentruppe. In zwei bis drei Jahren sind sie dann reif für den Aufstieg in die Kreisliga.
Dort in der Kreisliga ist der heutige Gast aus Edemissen schon. Nicht nur das, sie pendeln seit Jahren zwischen Kreis- und Bezirksliga. Die Favoritenrolle ist somit klar verteilt. Sehr liebenswert ist bei der Eintracht aus dem Süden der Lüneburger Heide auch: Sie kümmern sich um Menschen mit Parkinson, indem sie die Initiative PingPongParkinson unterstützen.
Ground
Der Gang vom Parkplatz zum Ground ist schon ein kleines Naturerlebnis. Irgendwann liegt schon mal eine Miste am Weg. Und ein Stück weiter lädt dich eine Brombeerhecke erstmal zum Naschen ein. Das hat doch schon mal was. Dann liegt ein richtig schön gelegener Ground vor dir. Er besteht aus einem Rasenplatz und einem kleinen Trainingsplatz. Und der Rasen hier ist mal ein so richtig feiner Teppich. Torsten führt das auch auf den Rasenmähroboter zurück, der gerade angeschafft wurde. Aber bestimmt auch auf viele Liebe vom Platzwart. Außerdem sind sie hier stolz auf die automatische Bewässerungsanlage und seit 2024 auf ihre Drainage. Und damit nicht genug, sehr außergewöhnlich ist auch die LED-Flutlichtanlage. An der linken Längsseite liegen die Funktionsräume mit kleinem Kiosk und den üblichen Leckereien. Entlang des Gebäudes gibt es eine recht lange Bankreihe, die sogar überdacht ist. Nun komme ich aber zum absoluten Highlight der Anlage. Auf der anderen Längsseite säumen 15 bis zu hundert Jahre alte Pappeln den Platz. Was für ein Anblick. Und heute war es noch richtig kitschig, da die Abendsonne langsam hinter den Pappeln unterging. Und die Stederdorfer nennen ihren Platz deshalb auch liebevoll "Pappelarena".
Spiel
Es ging los wie erwartet. Die klassenhöhere Mannschaft dominierte während der gesamten ersten 45 Minuten das Spiel. Die Torgelegenheiten waren da, stellten den Heim-Goalie vor keine Probleme. Der eingewechselte Stederdorfer Felix Henze, einer der vielen 18-Jährigen im Team, brachte etwas Schwung in die Offensive. Es war noch etwas unausgegoren, aber aus dem Bengel kann mal was werden. Auch die Dietrich-Brothers machten ihre Sache gut. In der zweiten Halbzeit ging es erst so weiter, aber nach und nach setzte der SSV erste Nadelstiche und machte sogar das 1:0. Allerdings hielt die Führung nur wenige Minuten. Die letzte halbe Stunde machte auf einmal die Kreisklassen-Elf das Spiel. Offensichtlich hatten die Jungspunde die deutlich bessere Pumpe. Es blieb aber beim 1:1. Und im Elfmeterschießen siegte dann wie so oft der Favorit. Zwei Fehlschüsse der Gastgeber waren zuviel.
Herzlichen Glückwunsch, TSV Eintracht Edemissen, zum Einzug in Runde 2.
Stimmung
85 Zuschauer und das herrliche Wetter machten den Abend sehr angenehm. Vom Gast konnte ich niemanden ausmachen. Die Zuschauer erzeugten eine faire Atmosphäre. Hauptgesprächsthema war die untergehende Sonne, von der alle geblendet wurden. Jeder suchte einen Platz, bei dem einer der Pappeln seinen Schatten spendete. Ich war da als Gast eher der Looser, da unerfahren diesbezüglich. Nach Abpfiff wurde ich noch gefragt, wo ich herkomme. Bei Braunschweig wurde ihr Gesicht ziemlich verzogen. Aber einer der älteren Herren beruhigte mich, dass es hier friedliche Rote seien und keine Gewalt gegen Blau-Gelbe ausgeübt wird. Nach dieser Beruhigung traute ich mich noch zu fragen, wie denn die Sympathie-Anteile hier verteilt sind. Aus "Alles rot" wurde dann "80 % rot". Ob das wohl der Realität entspricht? Und es war trotzdem schön bei euch!
Fazit
Die Pappelarena hat starke nostalgische Gefühle bei mir ausgelöst. Der Ground erinnerte mich nämlich an das alte Eintracht-Stadion. Als ich vor gut 50 Jahren die ersten Male mit meinem Vater in den Tempel pilgerte, säumten noch Pappeln die Nordkurve. Auf alten Fotos ist zu erkennen, dass es sogar zwischen 25 und 30 an der Zahl gewesen sein müssen. Bei vollem Stadion gab es früher zwei Ausweichmöglichkeiten. Nummer 1: Die Werbebanden hinter der Nordkurve (nur etwas gefährlich). Nummer 2: Die Pappeln (hochgefährlich). Unglaublich, dass das damals toleriert wurde, oder? Die Pappeln sind kultig in Braunschweig. Sogar bei der Meister-Choreo 2017 wurde das Pappelthema aufgegriffen. Wer weiß, ob der Tempel nicht irgendwann in Pappelarena wie in Stederdorf umbenannt wird …
Fotos













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