Mensch schlägt KI
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- 18. Mai
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 6 Tagen
Fakten
Stadion | MKN Sportpark Schweigerstraße B-Platz | ||
Ort | Wolfenbüttel | ||
Kapazität | 1.000 | ||
Datum | 16.05..2026 | ||
Spiel (Tabellenplatz vor Spiel) | BV Germania Wolfenbüttel (14.) - BSC Acosta Braunschweig (10.) | ||
Ergebnis | 2 : 4 | ||
Zuschauer | 70 | ||
Liga | Landesliga Braunschweig | ||
Ebene* | 6 | ||
Liga (vollständig) - Besuchte / Gesamt | 9 / 16 | ||
Ground - alt / Anzahl Besuche | ja / 3 | ||
Ground - neu / Anzahl Grounds | nein / 179 | ||
Spiel in 2026 / Gesamt** | 24 / 341 |
*internationaler Indikator des Fußballniveaus vergleichbar mit anderen Ligen
** Anzahl Spiele im laufenden Jahr / Anzahl Spiele insgesamt
Vorspiel
Die besten Tage des Jahres sind für mich und wohl viele andere Fußballfans die Tage, an denen es um alles geht. In der Regel, wie dieses Wochenende, Samstag und Sonntag, die Tage des letzten Spieltags. Das geht ja seit vielen Jahren so: Samstag erst Entscheidung 3. Liga, dann Bundesliga. Sonntag Entscheidung 2. Bundesliga. Ich war dieses mal nur auf der Couch dabei. Aber was heißt nur, denn wo bekommst du besser die Dramatik mit als bei einer der Konferenzen. Mein Highlight des Samstags: Der Schuß ins Glück (sprich die Reli) von RWE kurz vor Schluß.
Glücklicherweise ziehen sich die Entscheidungen in den Amateurligen noch so 2-3 Wochen hin. Da fast alle Amateurspiele irgendwie parralel zu den Konferenzen liefen, wählte ich die Braunschweiger Landesliga aus. Immerhin brauchte hier der BSC Acosta noch einen Punkt zum Klassenerhalt, währen der BV Germania schon auf Abschiedstour ist und nach einem Jahr leider wieder runter in die Bezirksliga muß. Immerhin war ich in dieser Zeit tatsächlich dreimal hier. Heute beim Sonnenuntergang zwischen Buli und Abendbrot.
Beide heutigen Vereine sind übrigens ganz stark in der Nachwuchsförderung, wohl die besten ihrer Städte. Die Wolfenbütteler machen das in Kooperation mit dem VfL Wolfsburg. Der Profiverein unterstützt den BV dabei bei der Organisation von Feriencamps und Fußballfestivals. Ich muß es als Braunschweiger "leider" erwähnen: Auch Acosta wird von den Grün Weißen dabei unterstützt. Zum Beispiel beim Ausrichten des Super 8-Cups, an dem auch Germania und natürlich der VfL selbst teilnehmen.
Wißt ihr eigentlich woher der Name "Acosta" kommt? Hört sich doch irgendwie an, wie ein Verein der zweiten bolivianischen Liga, oder? Dabei ist es ur-braunschweigerisch. Der Verein entstand erst 1961. Es schlossen sich damals mehrere Betriebssport- und Freizeitmannschaften zusammen und gründeten den Verein "BSC Acosta Braunschweig". Einer der Betriebe war das Tabakunternehmen Acosta. Der Firmenname sollte tatsächlich aus Marketinggründen südamerikanisch klingen. Und der Betrieb stellte wohl den Platz für das erste Spielfeld und verdiente sich so den Vereinsnamen!
Ground
Der heutige Ground heißt MKN-Sportpark. Der Name kommt ebenfalls vom Genuss aber nicht vom Quarzen, sondern vom Mampfen. MKN ist Haupt-Sponsor der Blau Gelben und der führende Produzent von Geräten für Großküchen. Die Anlage ist erst wenige Jahre alt (2012) und sehr offen und dadurch wirkt sie großzügig. Sie hat einen schönen Rasenplatz, an welchem ich leider dreimal vorbeigehen mußte. Immer wurde auf dem Kunstrasenplatz gespielt. Entweder war der Rasen mit einem Pilz befallen oder es wurde das Flutlich benötigt, wie heute. Die Anlage ist ausgesprochen gepflegt und modern. Sie hat etwas vom Flair eines Nachwuchs-Leistungszentrums. Vom Gammelground, den viele Groundhopper so lieben, ist er weit entfernt.
Spannend ist die Geschichte vor dem MKN-Ground. Es wurde da auf der Meesche zusammen mit dem Wolfenbütteler Primus, dem MTV gekickt. Solange bis die Meesche rundum erneuert wurde, da flog man dort raus.
Die ersten Jahre aber bis dahin liegen etwas im Nebel. Klar ist aber, dass an zwei weiteren Orten die Lederpille gedroschen wurde. Von 1910 bis 1920 auf dem Exerzierplatz Atzumer Busch. Montag bis Freitag übten dort die Soldaten mit Feldkanonen. Am Wochenende durften dann die Germanen drauf. Es ist nicht sehr verwunderlich, dass der Rasen dort kein englischer war. Dafür sorgten die Soldaten schon.
Somit kaufte(!) der Verein 1920 ein Grundstück mit Rasen am Fümmelser Wald. Fümmelser Wald, was für ein Name. Das hört sich doch an wie Fêten im Partykeller der Eltern mit Schwofen, Grabbeln und Petting, oder? Heute ist davon nichts mehr zu sehen, da das Grundstück im Westen von Wolfenbüttel irgendwann überbaut wurde.
Spiel
Uschi und ich mußten uns die Spannung etwas herbeireden, denn eigentlich war Acosta schon so gut wie sicher gerettet. Das Spiel ging munter los und sollte es auch 90 Minuten bleiben. Von einem Klassenunterschied, der ja in der kommenden Saison da sein wird, war nichts zu sehen. Und der BV Germania ging sogar in der 9. Minute in Führung. Dann netzte der Favorit jedoch bis zur Pause dreimal ein uns sorgte für Kurzweiligkeit. Es waren auch alles schöne Dinger. Richtig gut über die Flügel herausgespielt und souverän vollendet. Wolfenbüttel machte weiter ein gutes Spiel. Aber die Effizienz zeigte der Gast. Die Unterschiedsspieler hatte Acosta im Sturm: Djeutcha, der immer wieder links durchbrach und sauber flankte. Neudorf, "Der Lange", der die Bälle ein uns andere mal festmachte und sicher verteilte. Und dann noch der heutige Matchwinner und dreifache Torschütze, Franke. Das Spiel hätte trotzdem kippen können, denn es stand lange nur knapp 2:3. So aber war dann doch der 2:4-Sieg verdient. Es war ein sehr unterhaltsamer Samstagabend.
Stimmung
Viele Zuschauer waren nicht gerade da. Von den 70 waren 20-30 aus Braunschweig. Die Zuschauer schienen, wie wir auch, noch etwas Entspannung zu brauchen zwischen den ganzen Entscheidungen im TV. Und Eintracht Braunschweig kam ja dann noch am Sonntag. Wie wir heute wissen, mit gutem Ende. Die Phonzahl beim Torjubel jedenfalls war bei den Gästen deutlich höher. Das müsste auch beim Livestream der Braunschweiger Zeitung zu vernehmen gewesen sein, wo Lennart Wenk mal wieder die Freunde der Braunschweiger Landesliga bestens unterhielt. Aber nicht, dass ihr nun alle zukünftig vor eueren Geräten hängt. Echt ist doch am besten!
Fazit
Der Star der Anlage ist das Vereinsheim. Hier bekommst du an jedem Spieltag in gepflegtem Ambiente kleine Leckereien. Wir nahmen wieder die ausgesprochen knusprigen Pommes Schranke zur Halbzeit. Wobei ich es nur nicht mag, dass die hier in einer Tüte gereicht werden. Unten hast du dann kein Rot Weiß mehr. Und es werden auch gut entwickelte motorische Fertigkeiten benötigt, um die Stengel mit dem Piekser von unten raus zu bekommen.
Das hohe Qualität der Pommes wird sogar noch getoppt durch die Herzlichkeit der Damen hinterm Tresen. Alleine die beiden Ladies sind ein Grund öfter mal zur Schweigerstraße zu hoppen und Pommes zu knuspern und sei es auch aus der Tüte!
Anmerkung:
Ist das nicht eine coole Story, wie es zu dem Namen "Acosta" kam? Sie hat nur einen Haken: Sie ist falsch! Mantel-Klaus von Acosta hat mich aufgeklärt: Als Acosta 1906 gegründet wurde, nannte man sich "Herakles". Aber nur kurze Zeit später, waren die Vereinsgründer von einem Schweizer Artisten namens "Acosta" schwer beeindruckt. Und flugs nannte man sich um in "Sport-Club Acosta 06 e.V.".
Aber ich bin ja jung und entwicklungsfähig. Das nächste mal prüfe ich KI-Informationen wieder gründlicher! Und das ist ja auch ein wundervolles Beispiel dafür, dass der Mensch oft immer noch besser als die KI ist, oder?
Fotos













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