Große Anspannung am Seikenkamp
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- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 5 Minuten
Fakten
Stadion | Sportanlage am Seikenkamp | ||
Ort | Braunschweig | ||
Kapazität | 1.000 | ||
Datum | 09.08..2026 | ||
Spiel (Tabellenplatz vor Spiel) | SC Rot-Weiß Volkmarode (-) - MTV Gifhorn (-) | ||
Ergebnis | 1 : 4 | ||
Zuschauer | 100 | ||
Liga | Landesliga Braunschweig | ||
Ebene* | 6 | ||
Liga (vollständig) - Besuchte / Gesamt | 12 / 16 | ||
Ground - alt / Anzahl Besuche | ja / 3 | ||
Ground - neu / Anzahl Grounds | nein / 186 | ||
Spiel in 2026 / Gesamt** | 37 / 354 |
*internationaler Indikator des Fußballniveaus vergleichbar mit anderen Ligen
** Anzahl Spiele im laufenden Jahr / Anzahl Spiele insgesamt
Vorspiel
Endlich! Es geht nun auch in den meisten Amateurklassen wieder los. Und endlich: Man hat wieder die Qual der Wahl. Herrlich!
Ich entschied mich für eine meiner Lieblingsmannschaften und zwar den SC Rot-Weiß Volkmarode. Volkmarode ist ein nördlicher Stadtteil von Braunschweig. Mitten im eng bebauten Wohngebiet glitzert es auf einmal in leuchtendem Rot. Das ist das Zeichen: Du bist da. Ganz viel über die Rot-Weißen findet ihr in meinen letzten Artikeln vom Seikenkamp: https://www.cookiehoppt.com/post/heinrich-grupe-der-klinkenputzer. Und ein Glück, sind sie auch noch in der Landesliga. Eigentlich waren sie schon abgestiegen. Aber Tage später hieß es: Acosta Braunschweig geht freiwillig von der Landesliga in die Bezirksliga. Für die Rot-Weißen war das wie Ostern und Weihnachten an einem Tag. Und selbst ich machte komische Freudentöne, sodass meine Frau etwas besorgt fragte, ob alles in Ordnung mit mir sei.
Der heutige Gast hat eine gänzlich konträre Entwicklung aufzuweisen. Der MTV Gifhorn ist seit jeher die fußballerische Größe der Südheide, nördlich von Braunschweig. Sehr überraschend stiegen sie 2024 aus der Landesliga ab. Aber dann gleich wieder auf. Und nicht nur da: Der Durchmarsch in die Oberliga Niedersachsen war eigentlich zur Winterpause schon fast eingetütet. Dann brachen sie komplett ein und mußten dem SSV Vorsfelde den Vortritt lassen. Und auch in der ersten Pokalrunde flogen sie gleich gegen den unterklassigen SV Schwülper raus. Was aber viel schlimmer ist, ist, was sich beim Rückrundenspiel gegen Eintracht Northeim abspielte. Ein Gifhorner Spieler beleidigte den Northeimer Spielleiter auf solch eine primitive und ekelerregende Weise, wie ich es noch nie erlebt hab'. Er nahm dazu auf etwas sehr Privates bei seinem Opfer Bezug. Und leider mußten die Kinder des Betreuers das auch noch miterleben. Das Ganze konnte publik gemacht werden, da ein Tonmitschnitt gemacht wurde. Ich konnte ihn mir anhören – pfui Teufel. Was aber dem ganzen den die Krone aufsetzt, war der Umgang der Verantwortlichen damit. Die Bagatellisierung war ein weiterer Schlag ins Gesicht des Northeimers. Die eigentlich gemäßigte Braunschweiger Zeitung prangerte das dafür immerhin mal so richtig an ("Aufklärung auf Kita-Niveau")! Und Krull wurde als verantwortlicher sportlicher Leiter immerhin an die Wand genagelt! Kurz danach verließ der erfolgreiche Trainer Holger Ringe den Verein. Wenigstens ein Gifhorner mit Charakterstärke.
Ground
Der Ground ist schnuckelig und strahlt Wärme aus. Klar, es gibt einen Parkplatz. Eine Anzeigetafel ist auch nicht da, aber was solls. Das fast neue Vereinsheim ist ein kleines Schmuckstück. Und zwischen diesem und den Kabinen wird gegrillt und es stehen Tische und Stühle zum Mampfen und Plaudern da. Es wird sich hier Am Seikenkamp auf das Rudimentäre beschränkt und das ist gut so.
Spiel
Die Favoritenrolle war ganz klar. Und vielleicht, wenn ihr ganz scharf nachdenkt, kommt ihr auch drauf, zu wem ich gehalten habe.
Trotz der Affenhitze war es von Beginn an ein sehr munteres Spiel. Dafür schonmal meinen höchsten Respekt an alle Akteure. In der ersten Viertelstunde hatten beide gleich dicke Dinger auf dem Fuß. Aber es war dann der Favorit aus der Heide, die mit einem Doppelschlag verdient auf 0:2 stellten. Die Abwehr der Volkmaroder war einfach nicht griffig genug. Die Kultfigur der Gäste, Hoffart, hatte richtig Bock aufs Kicken und machte mit seinen Kontrahenten, was er wollte. Immerhin bemühte sich Rot-Weiß noch bis zur Pause um ein Tor. Aber es war doch alles ziemliche brotlose Kunst. In den zweiten 45 Minuten spielte der MTV nur noch auf ein Tor. Mit dem 0:4 war man hier noch gut bedient. Und es fiel in der Nachspielzeit sogar noch der Ehrentreffer.
Nach diesem Spiel kann einem schon etwas bange um Volkmarode werden. Dagegen spielen die Unsympathen wohl wieder um den Aufstieg mit.
Stimmung
Es kamen 100 Zuschauer. Naja, für ein Eröffnungsspiel gegen eine populäre Mannschaft ist das nur mittelprächtig. Aus Gifhorn kam fast niemand mit. Fußballstimmung ist hier leider wie immer nicht vorhanden. Ich hoffe wirklich, dass sich da so nach und nach mal etwas entwickelt. Vielleicht kann der Verein mal Initiative entwickeln und ein paar Jugendspieler/Jugendliche zu Mini-Ultras machen. Andere Vereine machen es ja schon vor. Ein paar Fahnen, 'ne Trommel und Freigetränke und dann können die Anfeuerungsgesänge geübt werden. Manche kennen das doch sogar schon aus der Südkurve.
Aber dafür ist die wertschätzende Gastfreundschaft und die Freundlichkeit im Allgemeinen eben so wunderbar hier. Der erste Eindruck ist der Wichtigste. Und das sind eben die Kassierer. Dieses Mal eine zugewandte und freundliche Dame, die gute Laune ausstrahlt. Dann kommst du am Grillmeister vorbei. Der strahlt eine Bärenruhe aus und die Würste sind zum Reinbeißen. Und der Stadionsprecher ist sowieso für höhere Aufgaben geboren. Wenn ein Tor fällt (immerhin eines fiel ja wenigstens), bringt der Kerl den Sielkamp zum Beben. Er wäre für's Jolly Joker der Super-DJ!
Fazit
Es herrscht eine ganz komische, große Anspannung unter den Zuschauern. Ich fragte mich, woher diese kommt. Es fiel mir auf, dass mehrere junge Mädels diese Unruhe ausstrahlten. In einer Tour schlichen sie von ihrer Bank weg und lugten um die Ecke. Ich ging der Angelegenheit nach. Unauffällig schlich ich einer hinterher. Und dann wusste ich, was los ist: Verzückt blinzelte sie gen Containerdach. Dort oben auf dem Dach thronte ganz in Weiß Lennart Wenk unter einem extra für ihn aufgebauten Zeltdach. In einem schnieken Anzug und mit Ray-Ban-Sonnenbrille wollte er wohl richtig mal zeigen, was geht. Es war ja wieder Live-Stream Landesliga der Braunschweiger Zeitung angesagt. Und das ist nun mal sein Metier. Neben ihm im legeren Freizeitlook auch noch der heutige Co-Kommentator, Maximilian Hahn, der Braunschweiger Schiedsrichter-Obmann. Wie der Abend und die Nacht endeten? Ich weiß es nicht, würde es euch aber auch nicht stecken …
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