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Doch lieber Domino statt Fußball?

  • Autorenbild: Cookie
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  • 8. Dez. 2025
  • 5 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 11. Dez. 2025


Fakten

Stadion

Eilenriedestadion

Ort

Hannover

Kapazität

2.500

Datum

06.12.2025

Spiel

TSV Havelse (19.) - SC Verl (3.)

Ergebnis

2 : 2

Zuschauer

1.012

Liga

Ebene*

3

Liga (vollständig)

10 von 20

Ground - alt / Anzahl Besuche

nein

Ground - neu / Anzahl Grounds

ja / 163

Spiel in 2025 / Gesamt**

71 / 315

*internationaler Indikator des Fußballniveaus vergleichbar mit anderen Ligen

** Anzahl Spiele im laufenden Jahr / Anzahl Spiele insgesamt


Vorspiel 

Nikolaustag und was ist im Stiefel? Ein Ausflug ins ungeliebte West-Peine. Was sich Hopper alles antuen, um die Ligen voll zu kriegen - unglaublich ... Aber so sehr viele 3-Liga-Grounds gibt es hier um Braunschweig rum auch nicht gerade. Und der TSV Havelse ist ja auch bald wieder weg. 

Der TSV Havelse ist ein Stadtteil von Garbsen. Ich war sehr überrascht zu lesen, dass die tatsächlich 60 Tsd. Einwohner haben. Los ist dort allerdings fast nichts. Es ist eine typische Schlafstadt für den großen Nachbarn, dessen Namen man hier nicht ausspricht. Aber da deren Stadion nicht 3.ligatauglich ist, ging es doch dahin, wo man nicht hingeht, in die Nähe des Zoos. Aber eines können sie doch aber mal so richtig gut in Garbsen und das sehr viel besser als Fußballspielen. Denn Garbsen ist die Domino-Hochburg Deutschlands. Aber was heißt Deutschlands. Garbsen stellt seit etlichen Jahren mehrere Domino-Weltmeister. Vielleicht sollte mal ihnen empfehlen „Schuster, bleib bei denen Leisten" und sie sollten ihren Fokus ausschließlich darauflegen. Der Fairnesshalber muss man aber sagen, dass in dem Stadtteil Havelse auch ganz ordentliche fußballerische Erfolge aufzuweisen sind. Das aktuelle Profifußball-Intermezzo wird jedoch ein kurzes werden, bei schon 11 Punkten zum rettenden Ufer.

Der Vorgängerverein des TSV war übrigens der FC Pelikan Havelse. Und zwar nicht wie man vermuten könnte, weil es eine Werkself des berühmten Füllerunternehmens im Nachbarort war, sondern weil die erste Lederpille des Vereins von der Lederfirma namens Pelikan gekauft wurde.

Und ein deutscher Kulttrainer sammelte hier seine ersten Erfahrungen als Spieler und Trainer: Volker Finke nämlich. Der stieg mit dem Dorfverein sogar bis in die 2. Bundesliga auf. Dann gab es Querelen, da 97-1 ihn zum Verdruss der Havelser abwerben wollte. Klappte aber nicht. Berühmt wurde er dann in sage und schreibe 16 Jahren Trainerzeit beim SC Freiburg. 

Der Gast, der SC Verl ist inzwischen zu einer meinem Lieblingsvereine im deutschen Fußball geworden. Ich habe über ihr sympathisches Auftreten und ihre gelebte Vereinsphilosophie in meinem Artikel "Respekt, Sportclub Verl" bereits geschrieben. Hier die Verlinkung dazu: https://www.cookiehoppt.com/post/respekt-sportclub-verl

Und nun mischen sie sogar gerade die Liga auf und stehen auf dem Relegationsplatz. Bei einem Sieg könnten sie sogar auf einen direkten Aufstiegsplatz springen. Wahnsinn! Ein bisschen doof wäre es für sie, dass sie in der 2. Bundesliga aber wieder aus ihrem gerade drittligatauglich geworden Stadion ausweichen müssten. Das kennen sie ja schon und sie würden wieder in Paddelborn spielen. 


Ground

Von diesem berühmten Ground hatte ich schon viel gehört und gelesen. Eilenriedestadion, das ist ein Name von Bedeutung in der Groundhopper- und Fußballszene. Wobei die große Zeit des Stadions schon viele Jahre zurück liegt. 1922 gebaut war es viele Jahre das Stadion Nummer 1 in West-Peine. Es passten mal 25.000 Leute rein und war sogar Austragungsort für zwei Länderspiele in den 30er-Jahren. Heute gehört es den Roten und wird als Nachwuchs-Leistungszentrum und Spielstätte der Zweiten in der Regionalliga Nord genutzt. Und eben in diesem Jahr für den TSV Havelse bereitgestellt. Heute ist das Stadion nur noch für 2.500 und in Ausnahmen für 5.000 Zuschauer zugelassen. Aber wegen dieser 5.000 eben auch für Fußball in der 3. Liga. Denn das TSV-vereinseigene Wilhelm-Langrehr-Stadion ist es mit 3.500 Plätzen eben nicht. 

Wir reisten mit dem Auto an und fanden erstmal keinen Parkplatz, weil es dort nämlich keinen für Normalos gibt. Nur entlang der langen Hauptstraße konnte geparkt werden aber da war nichts mehr frei. In einer Nebenstraße etwas entfernt flutschten wir aber in eine Lücke. Vor dem Eilenriedestadion (1921) hielten wir erstmal inne und blickten nach hinten. Dort befindet sich nämlich die Stadthalle mit seiner markanten Kupferkuppel (1914), was das bekanntes Wahrzeichen der Stadt ist. Und nebenbei meine Uschi schon vor Urzeiten mal Sylvester gefeiert hatte. Dann, kurz umgedreht, geht man auf eine sehr beeindruckende Standuhr zu. Dieses klassische Straßenmöbelstück wurde kurz nach dem Stadionbau vom Hofuhrmacher des Königshauses entworfen. Die Menschen hier lieben sie und dort trifft man sich vor dem Stadionbesuch. Es heißt dann nur "Treffpunkt Uhr". Nach kurzem Abgegrabbele der Ordner sind wir drin und erschaudern beim Blick auf den Imbissstand ganz im aufdringlichen 97-1-Look. Allerdings muss man sagen, dass hier ein guter Job gemacht wird. Alles war gut organisiert und ging fix und der Glühwein war ok. Rechterhand liegt ein Neubau-VIP-Käfig in Rot gehalten des TSV. Nun aber rein ins Stadion. Ich weiß gar nicht so richtig, wie ich den Ground finde. Irgendwie ziemlich zusammengewürfelt stehen da 6 unterschiedliche Tribünenteile recht unpassend aneinandergereiht. Zumindest ist das schon mal keine 08/15-Bude wie heute leider viele andere. Links ist nur die Eilenriede (Park) hinter der Anzeigetafel, an der aber nur das Ergebnis und die Spielzeit angezeigt wird. Es wirkt alles recht neu. Also ich würde sagen, kann man mal machen. Aber das Drumherum gefällt mir besser als das Innendrin. Und das ganze hat Gesicht.


Spiel

Für uns Braunschweiger bot das Spiel was ganz Besonderes. Es spielten nämlich drei sehr beliebte Ex-Einträchtler mit. Und Julius Düker (Havelse) sowie Kiwi Kijewski (Verl) begrüßten sich sogar als Kapitäne bei der Seitenwahl. Und die Kampfsau Yari Otto wurde dann bei Verl noch eingewechselt. Glanz konnten alle drei dem Spiel nicht verleihen. Es war ein wirklich trostloser Kick, der sich dem nasskalten, grauen Wetter anpasste. Wie nicht anders zu erwarten war, dominierte der Gast und Aufstiegskandidat über weite Strecken das Spiel. Aber beileibe nicht so, wie ich es erwartet hatte. Früh fiel auch das 0:1 und kurz vor Halbzeit flog ein Havelser, weil er einem Gast mit dem Arm im Gesicht stoppte. Dann kam das 0:2. Und nichts, aber auch garnichts roch nach einem Aufbäumen der dezimierten Heimelf. 13 Minuten vor Schluss fiel der überraschende Anschlusstreffer. Aber kurz danach gleich ein Elfer für Verl. Der landete jedoch an der Unterkante der Latte. Und Verl vergab weitere Chancen unkonzentriert. Die Bestrafung sollte folgen: 90+3 Minuten, Gestochere und drin ist das Ding zum 2:2. Sehr leichtfertig wurde damit von Verl der Sprung auf Platz 2 verdaddelt. Schade! 


Stimmung

1.012 Zuschauer. Das ist der 3. Liga nicht würdig. Es entspricht eher der Begeisterung für die zweiten Mannschaften aus Hoffenheim oder Stuttgart. Und supportende Fans der Gastgeber waren sehr überschaubar, vielleicht 30-40 Leute standen mit 2 Fahnen herum. Gesänge gabs nicht. Wie traurig ist das denn? Da war die Unterstützung von Verl schon deutlich besser. Und die Verler sind ja nun auch nicht für begeisternden Support bekannt. Ca. 120 auf der Gegengerade machten ordentlich Rabatz. Quasi 90 Minuten lang feuerten sie ihre Schwarz-Weißen an. Als der Sieg in der zweiten Halbzeit näher zu rücken schien, wurde es dort immer lauter. Das war gut. Aber die Verhöhnung "Wir steigen auf und ihr steigt ab" war noch kaum verklungen, da zahlten es ihnen die Havelser brutal heim.

Mit anderen Worten, die Liga verzeichnet keinen großen Verlust mit dem Abgang der Niedersachsen. Ach, übrigens hatte unser Besuch auch was Gutes für das Stadion. Endlich war mal ein Eintracht-Sitzkissen drin. Uschi war da mal wieder ziemlich schmerzbefreit. 


Fazit

Etwas sehr Bemerkenswertes habe ich noch für euch. Woher kommt denn eigentlich der Name Eilenriedestadion? Er kommt von dem Wald, der so heißt und das Stadion umgibt. Und die Eilenriede ist tatsächlich einer der größten Stadtwälder Europas! Nun wollt ihr natürlich wissen, was der größte weltweit ist. Traratrara, es ist der Tijuca-Nationalpark in Rio de Janeiro.


Fotos


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