Wladiwostok?
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- 4. Mai
- 5 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 5. Mai
Fakten
Stadion | B-Platz Eintracht-Stadion | ||
Ort | Braunschweig | ||
Kapazität | 2.000 | ||
Datum | 03.05..2026 | ||
Spiel (Tabellenplatz vor Spiel) | Eintracht Braunschweig 2. (13.) - BSV Schwarz-Weiß Rheden (11.) | ||
Ergebnis | 1 : 2 | ||
Zuschauer | 178 | ||
Liga | Oberliga Niedersachsen | ||
Ebene* | 5 | ||
Liga (vollständig) - Besuchte / Gesamt | 5 / 16 | ||
Ground - alt / Anzahl Besuche | ja / 7 | ||
Ground - neu / Anzahl Grounds | nein / 176 | ||
Spiel in 2026 / Gesamt** | 20 / 337 |
*internationaler Indikator des Fußballniveaus vergleichbar mit anderen Ligen
** Anzahl Spiele im laufenden Jahr / Anzahl Spiele insgesamt
Vorspiel
Der nächste absolute Abstiegskracher steht heute auf dem Programm. Vor zwei Tagen noch in der Oberliga Nordost (Link: https://www.cookiehoppt.com/post/ein-weinberg-im-stadion), nun in der Oberliga Niedersachsen. Ich bin gespannt, wie der direkte Ligenvergleich ausfällt. Das Eintracht-Team firmiert unter mehreren Namen: Eintracht 2., Eintracht-Zwote, Eintracht U23. Und es hat sich ein gutes Image aufgebaut. Bis 2018 trat es noch in der Regionalliga Nord an. 2019 wollte Eintracht das Team aus Kostengründen ganz auflösen. Kompromiss war dann die Landesliga.
In dieser Saison ging es übel los. Der Trainer, Adelmann flog raus (da haben sie ja was von der ersten Mannschaft) und wurde durch die Vereinsikone Ken Reichel ersetzt. Er spielte sich in vielen Jahren in die Herzen seiner Fans. Als linker Verteidiger war er in der Buli sogar mit 35,53 km/h der schnellste Spieler der Saison 2013/14. Unter seiner Regie fand die Zwote wieder in die Spur. Aber wie so oft nach Trainerwechseln hielt das nicht lange. Der erneute Absturz folgte und nun steht man vor dem heutigen Spiel auf dem ersten Abstiegsplatz.
Ein Heimspiel gegen den BSV Schwarz-Weiß Rheden kam da gerade zur rechten Zeit. Denn die sind ebenfalls mit nur einem Punkt mehr akut gefährdet. Das sind die Spiele der Saisonschluss Phase auf die du dich immer freust. Kampf bis aufs Messer und Emotionen pur!
Der Gast aus Rheden ist auch ein spannender Verein. Der Ort, südlich von Hildesheim, hat nur niedliche 570 Einwohner. Es gibt da nichts außer einem Kleinod der Natur: Das Rhedener Geestmoor. Es ist eines der größten Hochmoore Norddeutschlands. Aber passt auf, wenn ihr das Moor erkunden wollt, denn das seltene, fleischfressende Sonnentau könnte Appetit auf eure Schenkel haben.
Und auch Rheden hat lange Zeit in der Regionalliga gekickt. Hammer für so ein Dorf, oder? Ein Ereignis ist aber für immer in die schwarz-weißen Geschichtsbücher eingegangen: Am 5. August 23013 spielten sie gegen den großen FC Bayern München. Das Spiel in der Osnatel-Arena in Osnabrück ging 0:5 aus. Thomas Müller, der neue Vancouver-Heroe machte dabei drei Buden. Manch ein Verein wäre froh, mal solch ein gutes Ergebnis gegen die Roten zu erzielen.
Ground
Der Name B-Platz Eintracht-Stadion" war den treuen Anhängern der Zwoten zu bürokratisch. So machten sie schon vor vielen Jahren daraus "Rheingold-Arena". Es ist eigentlich an der Zeit, den Namen nun mal offiziell zu machen! Natürlich wissen alle Einheimischen, wo der Name herkommt: Von der Rheingoldstraße, an der der Eingang zur Arena liegt. Aber wisst ihr auch, woher der Name der Straße und somit des Grounds "Rheingold" kommt? Es gibt hier in dieser zugegebenermaßen nicht sehr attraktiven Gegend, nämlich viele Straßen, die nach berühmten Komponisten benannt wurden: Mozart-, Lortzing-, Beethovenstraße etc. Und zusätzlich zur Richard-Wagner-Straße sogar noch die Rheingoldstraße. "Das Rheingold" ist ja bekanntermaßen (na gut, ich wusste es nicht ;-)) der erste Teil von Wagners berühmten Opernzyklus, der "Der Ring der Nibelungen". Nun aber Schluss mit Cookies Fortbildungsmaßnahmen. Heute sollte es auch dramatisch werden, aber eher auf die dreckige Art mit einem Kampfspiel vom Feinsten. Wenn du von der Hamburger Straße die Rheingoldstraße zum Eingang schlenderst, ist es ganz schön bunt. Naja, eher zweifarbig blau und gelb. Jede zur Verfügung stehende Stelle wurde besprayt und bepinselt. Da kommt gleich richtiges BTSV-Flair auf. Eine Freundin meinte beim Blick auf die Fotos, dass es da ja wie in Wladiwostok aussähe. Ich kann das aber nicht beurteilen. Es geht dann am FanHaus vorbei (auch wie Wladiwostok). Links blickst du auf den Tempel und schon bist du am Ziel deiner Träume, der Rheingoldarena. Gerade aus dann die nicht weniger romantischen Wände einer riesigen VW-Lagerhalle. Das härteste habe ich mir bis zum. Schluss aufgehoben. Das sind 5-10 rote Plastikschalensitze. Man muss schon große Vereinsliebe in sich tragen, um sich hierbei von Eintracht nicht verarscht vorzukommen. Diese verkeimten, kaputten und von Tauben vollgeschissenen Teile hätten sie selbst in Wladiwostok schon längst entsorgt.
Spiel
Der Erwartung der Zuschauer war hoch. Wohl nicht an Spielkultur, jedoch an einen aufopferungsvollen Fight. Es ging aber erstmal lahm los. Keine einzige Torchance in Hälfte ein. Rheden war besser und hatte den einen oder anderen gelungenen Angriff. Insbesondere der 10er, ein Wirbelwind auf Linksaußen tanzte die Braunschweiger häufig aus. Aber Torgefahr auch bei ihnen Fehlanzeige. Ich hoffte auf eine markante Halbzeitansprache von Ken Reichel, denn der war ja immer ein Vorbild an Kampfesgeist. Dann die große Überraschung: Es wurde noch schlechter. Die Rhedener passten sich dem unterirdischen Niveau der Gastgeber an. Diese stolperten mehrfach bei der Ballannahme, die Bälle versprangen und landeten im Nichts. Was aber noch viel beängstigender war: Es wurde noch nicht mal gekämpft. Das Spiel wirkte wie ein Testspiel bei 35 Grad im Schatten, freud- und lustlos.
Rheden machte kurz vor Schluss noch zwei Tore. Und in den letzten drei Nachspielminuten des Spiels sorgte Braunschweig für eine regelrechte Drangperiode, sogar mit einem Tor. Der Sieg der Rhedener, die dem Klassenerhalt nun sehr nah sind, war natürlich völlig verdient.
Ich war seit Dezember 24 nicht mehr bei der Zwoten. Damals gingen Uschi und ich aber gerne hin, weil die Spieler um Tytarenko, Kunze, Mbom und wie sie alle hießen eine mitreißende Spielfreude an den Tag legten. Und nun? Ein uninspirierter und lustloser Haufen von Durchschnittskickern.
Stimmung
Wie gesagt, ich war länger nicht da. Aber früher gab es einen kleinen Mob mit Fahnen und Anfeuerungsrufen. Die sind leider weg. Es herrschte andächtige Sonntagsruhe. Ich vermute, dass diese Eintracht so nach und nach die treuen Fans vergrault hat. Spieler, Trainer oder Funktionäre der Profis sah ich keine. Auch das war früher anders. Auch ein klares Zeichen an die Mannschaft.
Neben mir saß der Vorsitzende der Rethener und unterhielt mich gut mit Geschichten über die Gäste. Das war das Unterhaltsamste an diesem Sonntagnachmittag!
Fazit
Der alte Trainer Fabian Adelmann hatte vor der Rückrunde Zugänge im Sturm gefordert. Eintracht kam dem Ansinnen nicht nach, da die Spieler zu teuer seien, die in Frage kämen. Hhm, wenn ich oft höre, dass die zweiten Mannschaften der Konkurrenz den teuersten Kader der Ligen haben, frage ich mich, was bei Eintracht los ist.
Überhaupt habe ich viele Fragen zur Thematik:
Es reicht nichtmal für einen Stürmer?
Hat Eintracht überhaupt irgendein Interesse an der Zweiten?
Hat Eintracht ein Konzept oder eine Strategie für die Zwote.? Ich kenne keines.
Wird weiter so herumgewurschtelt wie bisher? Wir holen ein paar Spieler und lassen uns überraschen, was dabei raus kommt.
Soll aus dem Team der Nachwuchs entwickelt werden? Wenn die Zweite drei Klassen unter der Ersten spielt, ist das wohl kaum möglich. Bleiben es überhaupt drei Klassen oder werden es gar vier?
Das Herumgewurschtele kostet ja trotzdem Geld. Soll man nicht konsequent sein und das alles einsparen? Wann kam denn mal ein Spieler in die Erste? Jahre her, oder?
Ein Nachfolger für Adelmann wurde nicht geholt. Reichel machte es erwas widerwillig aber auch nur bis zum Saisonende. Und dann, man hört nichts. Ich vermute ja, Deniz Dogan. Aber andererseits wird er ja so doof nicht sein. Oder doch?
Quo Vadis, Eintracht?
Fotos













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