Im Heiligen Turm
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- 30. Mai
- 4 Min. Lesezeit
Fakten
Stadion | Konrad-Koch-Stadion | ||
Ort | Braunschweig | ||
Kapazität | 5.000 | ||
Datum | 30.05..2026 | ||
Spiel (Tabellenplatz vor Spiel) | BSC Acosta Braunschweig (10.) - SC Rot-Weiß Volkmarode (12.) | ||
Ergebnis | 2 : 2 | ||
Zuschauer | 182 | ||
Liga | Landesliga Braunschweig | ||
Ebene* | 6 | ||
Liga (vollständig) - Besuchte / Gesamt | 10 / 16 | ||
Ground - alt / Anzahl Besuche | ja / 4 | ||
Ground - neu / Anzahl Grounds | nein / 180 | ||
Spiel in 2026 / Gesamt** | 28 / 345 |
*internationaler Indikator des Fußballniveaus vergleichbar mit anderen Ligen
** Anzahl Spiele im laufenden Jahr / Anzahl Spiele insgesamt
Vorspiel
Das drittletzte Wochenende für diese Saison stand an. Schnief. Überall gibt es ganz, ganz feine Sachen zu gucken. Es geht mir dabei so ähnlich wie in meinem Lieblingsrestaurant mit zu vielen Leckereien. Ich muss mich für ein Essen entscheiden und somit auf viele andere tolle Menüs verzichten. So, so verdammt schwer! Für heute fiel meine Wahl auf das Aufstiegsrelegationsspiel der Eintracht-Frauen in Barsinghausen. Man gut, dass es anders kam. Die Mädels vergossen Tränen über Tränen. Denn sie verloren extrem unglücklich nach Verlängerung und Elfmeterschießen gegen den SV TiMoNo und verpassten den Aufstieg in die Regionalliga. Aber dann rief Mantel-Klaus (mehr über Mantel-Klaus hier: https://www.cookiehoppt.com/post/mantel-klaus-spielt-hells-bells) an und fragte, ob ich Bock hätte, zum letzten Saisonheimspiel von Acosta zu kommen. Und er hatte noch ein besonderes Schmankerl für mich im Petto: Er würde mich ins Herz des Konrad-Koch-Stadions lassen: in den Heiligen Turm! Die Entscheidung war somit gefallen.
Und ganz nebenbei gibt es auch noch mehrere weitere gute Gründe dafür: Das Konrad-Koch-Stadion ist unser Braunschweiger Lieblings-Ground. Beide Teams gehören zu unseren absoluten Lieblingsvereinen. Und drittens ging es noch um richtig viel. Naja, für ein Team wenigstens. Für den Gastgeber ist die Saison schon gelaufen. Lange ging es gegen den Abstieg, aber der konnte bereits vermieden werden. Davon träumt Rot-Weiß Volkmarode noch. Der Aufsteiger ist akut gefährdet. Zu Rot-Weiß Volkmarode habe ich seit Kurzem eine sehr gute Beziehung. Die freundlichen Menschen dort haben es mir sehr angetan (mehr zu ihnen hier: https://www.cookiehoppt.com/post/heinrich-grupe-der-klinkenputzer). Somit hieß es heute: Daumendrücken für den Rot-Weiß-Klassenerhalt!
Ground
Was für eine schöne Anlage ist das Franzsche Feld (so wird sie genannt). Herrlich im Prinzenpark und dem östlichen Ringgebiet in Braunschweig gelegen. Heute bei herrlichem Sonnenschein zeigte sie sich von ihrer schönsten Seite. Sechs Fußballfelder gibt es hier und damit ist es die größte Anlage hier. Das Herzstück ist natürlich das Konrad-Koch-Stadion, wo heute gespielt wird. Es ist auch das einzige Stadion in Braunschweig, neben dem Eintracht-Stadion, mit Sitzplatztribüne und sogar einer überdachten. Aber etwas anderes zeugt für ein einzigartiges Flair: Wenn wie heute überall Jugendmannschaften gegeneinander kicken, sind natürlich Eltern, Großeltern, Nachbarn und Freunde anwesend. Und es wirkt dann so ein bisschen wie in einem Ferienlager, herrlich!
Aber nun zu Klaus und dem Heiligen Turm. Es sollte heute also Backstage geben. Bisher strebte ich diesbezüglich eher Auftritte von Helene Fischer und Vanessa Mai an. Oder wenn es mehr ums Musikalische geht, die Toten Hosen. Aber der epische Sprecherturm des Konrad-Koch-Stadions ist ja ein erster Schritt dorthin. Es ging aber hart los. Wenn du in die dritte Etage willst, musst du als Erstes drei enge Hühnerleitern hochklettern. Schätze, dass die Beiträge zur Berufsgenossenschaft erheblich sind. Oben angekommen, staunst du über Hightech auf kleinstem Raum. Und natürlich lässt du anschließend deinen Blick über die herrliche Anlage schweifen. Das Spannendste dann waren Klaus' Erzählungen. Hier einige Auszüge für euch: Er ist schon seit 27 Jahren Stadionsprecher. Davon die ersten 5 Jahre in einem extrem maroden Jägerstand. Habe die Fotos davon gesehen, unglaublich. Und danach machte er seinen Job eben aus dem heutigen Turm. Der war ursprünglich nur ein Werbeturm. Voller Herzblut berichtete er dann über den Verein und seinen Job. Zum Beispiel, dass im letzten Frühjahr eine Meise bei ihm gebrütet hatte. Und dass sie ruhig war, wenn er redete. Und danach zwitscherte sie immer richtig los. Was für ein Team. Und darüber, wie er die Mucke auswählt, damit das 5-jährige Mädchen, der Jugendliche und der alte Sack zufrieden sind. Seit 1999 ist er nun die One-Man-Show des Konrad-Koch-Stadions. Etwas wehmütig, aber doch auch stolz meinte er zum Abschluss unseres Besuches: "Wenn ich hier oben tot umfallen würde, kriegt das keiner mit." Aber schade wär's ja schon, denn wir wollen dich noch viele Jahre hören, lieber Klaus.
Spiel
Das Spiel, das so viel Spannung versprach, ging fantastisch los. Erster Angriff von Volkmarode, Flanke, Kopfball, Tor. Das kann ja ein heiterer Nachmittag werden: Und es ging weiter so. Gut 10 Minuten später verdaddelt der Gast den Ball und Neudorf, "Der Lange", sagt brav Danke! Ausgleich. Das Spiel lebte von den Fehlern beider Teams. Und das hört einfach nicht auf. Franke-Freistoß Acosta und der Gäste-Keeper kommt nicht an den eigentlich leicht zu haltenden Ball. Zur Überraschung aller steht es 2:1. Dann aber Duplizität der Ereignisse der ersten Minute. Flanke, Kopfball, Tor. So geht es mit einem 2:2 in die Kabinen. Nach Wiederanpfiff gleich der nächste Abwehrbock von Rot-Weiß, aber die gut erzogenen Gastgeber nehmen das Geschenk nicht an. Was dann folgt, ist einfach nur unfassbar. Ein elendes Gegraupele der übelsten Sorte. Ich will das gar nicht weiter ausführen. Acosta hatte wohl keinen Bock mehr für diese Saison. Und Volkmarode war offenbar zu nervös und mit der Situation überfordert.
Fazit: Mein absolut schlechtestes Spiel des Jahres!
Stimmung
182 Zuschauer sind ok für das Spiel. Es waren eine ganze Reihe an Gästen da, was ja bei der Tabellenkonstellation nicht verwundert. Ich schätze so 50–70. Trotz der Unterzahl war der Torjubel bei den Gästen natürlich viel enthusiastischer. In der zweiten Halbzeit wurde nur noch der Kopf geschüttelt. Zu jubeln gab es nichts mehr. Auch nach dem Abpfiff blieb es leise unter den Gästefans.
Fazit
Ich liebe ja die letzten 2–3 Spieltage. Überall gibt es Spiele, bei denen du mit großen Emotionen rechnen kannst. Aber eines geht mir gehörig auf den Sack. Es ist in vielen Ligen, so auch der des heutigen Spieles, unklar, wie viele Teams auf- und absteigen. Das verdirbt mir ziemlich die Freude. Es ist über komplizierte Konstellationen zu lesen, die Kettenreaktionen auslösen und darauf Einfluss haben. Ganz konkret ist mir immer noch nicht klar, ob zum Beispiel der aktuelle 12. Platz von Volkmarode reicht oder zum Abstieg führt. Hier sehe ich dringenden Handlungsbedarf. Es ist bestimmt nicht easy, für mehr Transparenz zu sorgen, aber mit Sicherheit möglich. Also bitte machen, liebe Funktionäre!
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